CRPS – was ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom und wie kann es behandelt werden?

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS), auch als Morbus Sudeck bekannt, ist eine seltene, aber äusserst belastende und möglicherweise invalidisierende Erkrankung, die durch anhaltende, starke Schmerzen und weitere Symptome gekennzeichnet ist, die meist in einer Gliedmasse auftreten. Häufig entwickelt sich CRPS nach Operationen, Knochenbrüchen oder Verletzungen von Nerven – selbst dann, wenn die ursprüngliche Verletzung eher geringfügig erschien. Ein CRPS kann sogar ohne jegliche Verletzung entstehen.

Das erste und dominierende Symptom ist ein intensiver, oft brennender oder stechender Schmerz, der deutlich über das zu erwartende Mass hinaus geht. Er kann sich durch Berührung, Bewegung oder Temperaturveränderungen noch verstärken. Es treten zusätzlich zu den sich oftmals ausweitenden Schmerzen vor allem Gewebeschwellungen, bläulich-livide Hautveränderungen, eine erhöhte Temperatur und weitere vegetative Veränderungen auf. Mit fortschreitender Erkrankung kann es zu anhaltenden Schmerzen, Hautveränderungen, Kältegefühl und Gelenksteifigkeit mit Muskelschwäche und einer eingeschränkten Beweglichkeit kommen.

CRPS ist eine komplexe Störung, an deren Ausprägung das periphere als zentrale, jedoch insbesondere das autonome (vegetative) Nervensystem beteiligt sind. Hinzu kommen entzündliche Prozesse und Störungen der Gefässregulation. Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, allerdings scheinen auch genetische Veranlagungen eine Rolle zu spielen.

Eine frühzeitige Diagnose und ein rascher Therapiebeginn verbessern die Heilungschancen sehr wesentlich.

Die Diagnose eines CRPS ist eine klinische und erfolgt durch eine fachkundige, sorgfältige Anamnese und eine körperliche Untersuchung. Röntgenaufnahmen oder eine MRI können die Diagnose nicht sichern, sondern mögliche andere Ursachen wie insbesondere eine Inaktivität ausschliessen. Von Bedeutung ist hingegen eine 3-Phasen-Skelettszinigraphie, welche in uneindeutigen Fällen wegweisend sein kann.

Die Behandlung erfordert ein individuelles, multimodales und leitliniengerechtes Konzept. Dazu gehören spezifische Schmerzmedikamente, gezielte Massnahmen in einer Physio- und Ergotherapie mit dem Ziel, die Angst vor Bewegung abzubauen, einen adäquaten Belastungs- und Bewegungsaufbau zu begleiten und das Schmerz- und Berührungsempfinden zu normalisieren. Im Fall einer Beschwerdepersistenz stehen auch weiterführende Therapien mit Nervenblockaden und Infusionstherapien zur Verfügung. In seltenen Fällen können zuletzt auch moderne neuromodulative Verfahren eingesetzt werden.

Neben der medizinischen Behandlung spielen Patientenschulung und verhaltenstherapeutische Unterstützung eine hervorgehobene und äusserst wichtige Rolle. Einerseits können chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu Frustration, Depression oder Angst führen. Andererseits besteht eine sehr grosse Beeinflussbarkeit der Symptome über das vegetative Nervensystem und ist damit einer Steuerung durch den Betroffenen selbst zugänglich.

Im Zentrum für Schmerzmedizin der Bellevue Medical Group bieten wir eine umfassende Diagnostik und Therapie des CRPS an. Wir kombinieren modernste Schmerztherapien, individuell abgestimmte Rehabilitationsprogramme und psychologische Unterstützung, um Schmerzen zu lindern, die Funktionalität zu verbessern und unseren Patientinnen und Patienten ein aktives Leben zurückzugeben.